In diesem sensiblen Kontext erfordert jeder Eingriff ein hohes Maß an Respekt und gestalterischem Feingefühl. Der realisierte Wohnungsbau auf dem Grundstück der ehemaligen Wagnerei setzt einen sorgfältigen, zugleich richtungsweisenden Akzent. Das Gebäude bewahrt die Atmosphäre des Quartiers, indem es auf traditionelle Bauformen Bezug nimmt und diese in zeitgemäßer Architektursprache weiterentwickelt, wodurch es sich geschickt in das gewachsene Ensemble einfügt.

Die Grundrissgestaltung der Zwei-, Drei- und Vierzimmer-Wohnungen ist durchdacht und lässt eine langfristige Nutzbarkeit erwarten. Für die Fassade entlang der Wagnerstraße sehen die Architekten einen fein gegliederten Filter aus Holz vor. Dieser stärkt den objekthaften Ausdruck des Gebäudes und schützt die Bewohner: innen, vor allem im Erdgeschoss, vor Einblicken aus der Gasse. Damit ist eine gute Antwort für die Herausforderung des Wohnens auf Straßenniveau in einem städtischen Gefüge gefunden worden. Tiefe Loggien auf der Gartenseite bieten hohe Aufenthaltsqualität und Blicke in die umgebende Landschaft mit See und Bergen. Die präzise Detaillierung sowie die Ausführungsqualität des mit Holz und Beton hybrid konstruierten Gebäudes überzeugen vollumfänglich und lassen auf einen hohen architektonischen sowie handwerklichen Anspruch aller Projektbeteiligten schließen.

Die Jury zeichnet das Projekt mit einem Preis aus, da es nicht nur auf architektonischer Ebene überzeugt, sondern auch durch seine stimmige Integration in den städtebaulichen Kontext. Das Projekt trägt in vorbildlicher Weise zur Identitätsbildung des Quartiers bei und setzt ein klares Zeichen für eine nachhaltige, ortsverbundene Baukultur.