Das landschaftlich anspruchsvolle Umfeld, geprägt von den steil abfallenden, dicht bewachsenen Flanken des tief eingeschnittenen Galgentobels, stellte hohe Anforderungen an die architektonische und ingenieurtechnische Umsetzung des Bauwerks. Die souverän abgestimmte Gestaltung spiegelt diesen Respekt vor der Landschaft wider. Die Projektverantwortlichen begegnen den topografischen Herausforderungen mit Sorgfalt und gestalterischem Können. Die Brücke fügt sich mit ihrer konischen Form und einer schräg gestellten Stütze angemessen in die natürliche Umgebung ein. Gleichzeitig reflektieren Konstruktion und Materialität die umgebende Vegetation und tragen dazu bei, den landschaftlichen Charakter des Ortes zu bewahren. 

Die Ausformulierung des Brückenkörpers überzeugt. Die Verjüngung zu den Auflagern hin und die dezente Aufweitung in der Mitte schaffen eine angenehme Geometrie. Die Brücke ist somit nicht nur eine rein funktionale Verkehrsverbindung, sondern auch ein Ort der Wahrnehmung und Erfahrung: Die modellierte Form lenkt den Blick auf die eindrucksvolle Landschaft und lädt Passierende zu einem Moment des Innehaltens ein.

Das Projekt ist das Ergebnis eines zweistufigen Wettbewerbsverfahrens, das hohe gestalterische und funktionale Qualitätsmaßstäbe anlegte. Die Umsetzung dieses Entwurfs leistet einen wertvollen Beitrag zur Baukultur, gerade bei infrastrukturellen Projekten ist dies keine Selbstverständlichkeit. Die Brücke wertet das Stadtbild in vielfacher Hinsicht auf, sie fungiert als verbindendes Element zwischen unterschiedlichen Quartieren und steigert die Aufenthaltsqualität des umgebenden öffentlichen Raumes. Diese Qualitäten zeichnet die Jury mit einer Anerkennung aus. Damit wird sowohl die technische und gestalterische Ausführung als auch die gelungene Einbindung in das natürliche und städtische Umfeld gewürdigt.