Hoch über dem Ill-Durchbruch bei Feldkirch liegen das Tschitscher Schlössle und die Kapelle St. Margaretha auf einer schmalen Felskuppe. Der Wohnturm aus dem Jahr 1616 und die Kapelle von 1483 wurden nach langer Zeit des Leerstands behutsam saniert und neu interpretiert.

Seit 2004 reifte die Idee, die denkmalgeschützten Gebäude nicht museal zu konservieren, sondern zeitgemäß weiterzubauen. Heute dienen sie als Büro, Schaudepot und Rückzugsort für konzentriertes Arbeiten – fernab des Alltagsbetriebs in der Stadt.

Die exponierte Lage stellte hohe Anforderungen an Bau und Logistik. Die äußere Erscheinung blieb weitgehend erhalten, spätere Einbauten wurden entfernt und historische Details sorgfältig restauriert. Im Inneren wurde der Turm vollständig erneuert: Offene Geschosse, rohe Bestandsmauern, polierte Betonböden und neue Decken verbinden Alt und Neu zu klaren, kraftvollen Räumen.

Großformatige Fenster eröffnen eindrucksvolle Ausblicke in Landschaft und Schlucht. Die adaptierten Gebäude verstehen sich als nachhaltiges Weiterbauen im besten Sinn – mit Respekt vor der Geschichte und mit zeitgenössischen Eingriffen, die den Ort in die Zukunft führen.